Der Buchstabe
von Hannes Dampfhofer (2007)
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in Buchstabe ist ein Schriftzeichen im Inventar alphabetischer Schriftsysteme. In der älteren sprachwissenschaftlichen Theorie wird der Buchstabe als Graphem bezeichnet, welches ein Phonem oder eine Phonemverbindung schriftlich darstellt. In der neueren sprachwissenschaftlichen Theorie hingegen geht man davon aus, dass ein Buchstabe die kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit eines Schriftsystems ist, zwar für Laute/ Lautfolgen steht, aber keinen direkten Bezug zur Lautsprache hat. |
Ein <n> kann in dt. „Land“ für [n] bzw. /n/ stehen, in dt. „Engel“ steht es durch das darauf folgende <g> für [η]. Ebenso können zwei Buchstaben aus einem Basis-Alphabet in einem anderen System als ein Buchstabe gewertet werden. So gilt <ch> im Tschechischen oder <ij> im Niederländischen als nur ein Buchstabe.
Auch bei den Buchstabennamen gibt es Unterschiede. Griechische Buchstaben erklären sich aus semitischen Bedeutungen (alpha: Rind; beta: Haus, delta: Türflügel usw.) während die Buchstaben des lateinischen Alphabets, indirekt, lautbezogen sind.
In der Groß- und Kleinschreibung ist die „normale“ Form die Kleinschreibung (Minuskel) während die Großbuchstaben (Versalien) über die reine Funktion als Buchstaben hinaus auch noch lexikalische und grammatische Informationen beinhalten.
Die Etymologie des Wortes ist nicht sicher geklärt. Wahrscheinlich wird mit „-stab“ aber der senkrechte Hauptstrich bezeichnet, der in fast allen Runen vorkommt. Die Herleitung aus „Buchenstäbchen“ gilt als eher unwahrscheinlich.
Quellenverzeichnis:
Wilpert, Gero von: Sachwörterbuch der Literatur. 8., verbesserte und erweiterte Auflage. Stuttgart: Kröner 2001 Wilpert, Gero von: Sachwörterbuch der Literatur. 8., verbesserte und erweiterte Auflage. Stuttgart: Kröner 2001(= Kröners Taschenausgabe. 231.) S.110.
Bußmann, Hadumod: Lexikon der Sprachwissenschaft. Unter Mithilfe und mit Beiträgen v. Fachkolleginnen und –kollegen. 2., völlig neu bearb. Auflage.Stuttgart: Kröner 2001 (= Kröners Taschenausgabe. 452.) S. 143f.

